Rezension zu »Feuer in der Kehle« von Beatriz Serrano
»Man muss Freude oder Traurigkeit in Maßen empfinden, damit es niemanden stört. Als wäre es verboten, nach oben oder nach unten auszuscheren, als müssten wir alle die ganze Zeit auf einer mit Kreide gezogenen Linie balancieren.« Valencia, Mitte der 90er-Jahre: Eines Morgens wacht die neunjährige Blanca auf und ihre Mutter ist nicht mehr da. Scheinbar ohne Erklärung hat sie ihren Mann und ihre Tochter verlassen. Blancas Vater hält sich mit Auskünften zurück, findet immer neue Orte, an denen sie sich gerade aufhält. Irgendwann hört Blanca auf, Fragen zu stellen, denn Antworten bleiben so oder so aus. Schweigen breitet sich in ihrem Zuhause aus. Als ihr Vater eine neue Frau findet und wieder eine Mutterfigur in Blancas Leben tritt, hat sich Blanca bereits an das Schweigen und die Einsamkeit gewöhnt. Eine Einsamkeit, die sie auch in der Schule begleitet, denn Blanca ist anders als die anderen, findet keinen Einschluss, wird ausgegrenzt. Ihr einziger konstanter Begleiter sind wiederkehrende...








