Rezension zu »Eine Chance ist ein höchstens spatzengroßer Vogel« von Yulia Marfutova
In der Sowjetunion der 1980er-Jahre träumt Marina von einem anderen, besseren Leben. Während ihre Mutter arbeitet, streift sie mit ihrer besten Freundin Vera durch die Gegend und ist konfrontiert mit einer Zeit und einer Gesellschaft des Aufbruchs. Jahrzehnte später versuchen Marinas in Deutschland geborene und aufgewachsene Töchter, für sich die Lebensgeschichte ihrer Mutter zusammenzusetzen. Denn im Laufe der Zeit wurde aus dem einst aufgeweckten Mädchen eine stille, unnahbare Frau. Dass sie früher ganz anders gewesen sein soll, fällt Marinas Töchtern schwer, zu glauben. Denn Marina sagt kein Wort. Und doch lauschen die Töchter gebannt den Geschichten, die ihnen die Mäuse als leise Chronisten des Hauses erzählen. Dabei setzt sich nach und nach eine viel größere Geschichte zusammen: die Geschichte einer Familie, die Geschichte einer Herkunft, die Geschichte einer Zeit, die Geschichte einer jüdisch-russischen Erfahrungswelt. »Eine Chance ist ein höchstens spatzengroßer Vogel« ist ein s...








